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Linux am BRG APP Innsbruck

Wer sich an einen der knapp über 200 PCs am APP setzt, wird ein ungewohntes Bild entdecken.
Anstatt des obligatorische Windows begrüßt ein Ubuntu 18.04 die User.

Für den täglichen Gebrauch steht für LehrerInnen und SchülerInnen ein gepflegter, sich selbst wiederherstellender Standard-User zur Verfügung.
Für die, die es etwas persönlicher am Desktop benötigen, stehen eigene Benutzeraccounts zur Verfügung, mit denen problemlos an allen PCs im Haus eingeloggt werden kann.

Abgesicherte Prüfungsaccounts ermöglichen das einfache Abhalten verschiedenster Prüfungen am Computer.

Alle Arbeiten lassen sich mit Open Source Programmen erledigen.

Für besonders bockig formatierte Word & Powerpoint – Dateien und für eine DG - Software stehen Windows 7 & 10 in virtuellen Maschinen zur Verfügung.

Zu Beginn haben uns die klaren Konzepte von Linux, als Unix – Abkömmling von Anfang an als Multiuser Betriebssytem konzipiert, fasziniert. Bei eingehender Beschäftigung mit Open Source und Freier Software (Free Software Foundation) haben wir uns den Spaß geleistet in Richard Stallmans Definition von freier Software das Wort Programm durch das Wort Wissen zu ersetzen. Wir haben festgestellt, dass Schule, Ausbildung & Bildung nicht funktionieren könnte, wenn für Wissen diese 4 Freiheiten nicht gelten.

  • Freiheit 0“: (Informatiker starten das Zählen immer bei der Null ;-)
    Die Freiheit, das Programm/Wissen auszuführen, wie man möchte, für jeden Zweck.
  • Freiheit 1“:
    Die Freiheit, die Funktionsweise des Programms/Wissens zu untersuchen und eigenen Bedürfnissen der Datenverarbeitung/Wissensverarbeitung anzupassen.
  • Freiheit 2“:
    Die Freiheit, das Programm/Wissen weiterzuverbreiten und damit seinen Mitmenschen zu helfen.
  • Freiheit 3“:
    Die Freiheit, das Programm/Wissen zu verbessern und diese Verbesserungen der Öffentlichkeit freizugeben, damit die gesamte Gemeinschaft davon profitiert.

So sind wir zur Überzeugung gekommen, dass wir dieses Konzept einer kooperativen Wissenskultur mittragen und unterstützen möchten.

Wie kooperative Wissenskultur funktioniert, soll folgendes Beispiel zeigen. Eine Lehrperson stellt eine Unterrichtsvorbereitung, für deren Erstellung sie ja bereits bezahlt wurde, öffentlich zur Verfügung. Wenn das Material gut ist, wird es von anderen möglicherweise benutzt werden und die Lehrperson kann stolz auf die Qualität der eigenen Arbeit sein. Gleichfalls kooperative Lehrpersonen werden evt. Fehler oder auch Verbesserungen zurückmelden, sodass die Qualität der ursprünglichen Unterrichtsvorbereitung steigt und diese wieder veröffentlicht, der ganzen Gemeinschaft zur Verfügung steht. Der oben erwähnte Stolz unterscheidet als Mehrwert obige Lehrperson, von jemandem, der seine Vorbereitungen geheim hält. Die Option vorerst geheim gehaltene Vorbereitungen später gewinnbringend zu verkaufen, erscheint nach unserer Erfahrung als sehr unwahrscheinlich

Die öffentliche Hand und Bildungseinrichtungen im Besonderen haben nach unserer Ansicht die Pflicht, Freie Software/Freies Wissen zu fördern und zu unterstützen.

Benfits, resultierend aus der Investition in Freie Software wären enorm, sind in der öffentlichen Wahrnehmung jedoch kaum präsent.

  • Unabhängigkeit von monopolartigen Softwarefirmen, durch Besitz des Sourcecodes bei allen Programmen, die für die Öffentlichkeit entwickelt werden.
  • Freiheit bei der Vergabe von Softwareprojekten, da jede - auch heimische Firma - am Sourcecode weiterarbeiten kann.
  • Datenschutz, da beliebige Experten den öffentlichen Sourcecode überprüfen können.
  • BürgerInnen, die Open Source Alternativen zu bekannten Programmen kennen und deshalb selbst entscheiden, ob sie Bezahlsoftware wirklich brauchen.